Mit der Tinte des Teufels

Die Geschichte der St. Leonharder-Krampusse

1990 um 22:00 Uhr im Wald von St. Leonhard bei Grödig. Zwei junge Männer spazierten durch den Wald und diskutierten, wo sie am 6. Dezember überall hingehen sollten als Nikolaus und Krampus. Es wurde schon lange vor dem 6. Dezember gebastelt an den Kostümen von Nikolaus und Krampus. Als dann der 6. Dezember nun endlich da war wurde es ernst. Die jungen Männer, verkleidet als Nikolaus & Krampus, zogen in das Dorf. An diesem Abend klopften sie an so manche Tür. Fast jeder öffnete ihnen. Auch Wirtshäuser blieben von den Jungendlichen nicht verschont. Schon bald schlossen sich mehr und mehr Jugendliche den beiden an, sie wuchsen zu einer kleinen Gruppe zusammen.
1995 wurde aus der Gruppe jugendlicher Streuner die immer am 6. Dezember von Haus zu Haus gingen, ein richtiger Verein. Mit der Anmeldung als Verein wurde es amtlich, die St. Leonharder Krampusse waren geboren. Es gab von 1996 bis 1997 ein Vereinsheim, welches schnell und schonungslos zu einer Gruft umgebaut wurde. In diesem einen aber kurzen Jahr wuchs die Gruppe als Verein schnell zusammen. Es wurde in der Tiefe der Gruft gefeiert als gebe es keinen Morgen. Wochenende um Wochenende. Dies schweißte die Gruppe zusammen so, dass sich die Seelen der einzelnen Mitglieder verschmolzen. Es wurde klar, dass ein Pakt für die Ewigkeit geschlossen ist.
Die St. Leonharder-Krampusse hatten fast keine Unterstützung seitens der Gemeinde zu erwarten. Und nach 1997 hatten sie erneut kein Vereinsheim. Kurzerhand wurde der Wald bei St. Leonhard zu ihrer Heimat. Sie bauten alles im Wald, ob es der Wagen, die Glühweinhütten oder sonst eine Sache war, sie wurde im Wald gebaut. Egal ob es regnete, schneite oder ihnen die Sonne lachte. Es gab keinen Bauern oder Gastronomen bei den St. Leonharder-Krampusse, nur sie und die Herausforderung.
Die Jahre wurden durch Zusammenhalt, Treue und Ehre geprägt. Man wuchs nicht nur zusammen auf, nein man lebte zusammen. Das Herz der Leonharder schlug im gleichen Takt. 2000 wurde ein hartes Jahr. Die Leonharder waren mit einer Mitgliederzahl von 39 Mann und der zweite Verein im Ort zu einem etwas großen herangewachsen. Aber es stand auch ein bis heute prägender Wechsel bevor, die Zeichen standen auf Sturm. Interne Streitigkeiten die zu einer wahrhaftigen Herausforderung auf die Leonharder blickten und es drohte das Band der Brüderschaft zu zerreißen. Bei einer Sitzung verkündeten 34 Mitglieder ihren sofortigen Austritt aus dem Verein. 34 Mann standen auf und forderten das Recht den Verein ohne die restlichen Mitglieder weiter zu führen. Doch dazu kam es nie.
34 Mann gingen, 5 blieben Sitzen. Das war die traurige Bilanz einer internen Auseinandersetzung. Der Sturm der heraufgezogen war, hatte fast alles zerstört was sie sich hart erkämpft haben. Es kam noch schlimmer der eigene Lauf stand vor der Haustüre, es gab nur 3 Krampusse. Schnell wurde ein Verein gefunden der Aushalf.

Es gab eine Wende, doch der Sturm hatte sie nicht weggefegt, sie wurden noch mehr zusammen geschweißt. Auf ein Minimum reduziert begannen sie den Verein erneut aufzubauen. Andere Gruppen im Ort blickten argwöhnisch auf das Vorhaben, doch letztendlich müssen auch sie es zugeben, dass die Leonharder es wieder geschafft haben. Stärker als je zuvor blicken sie nun in eine Zukunft die ein verheißungsvolles Licht auf sie wirft. Im Schatten des Untersberges und im finsteren des Waldes, getrieben von dem Ehrgeiz und zusammengehalten aus einem unsichtbaren Band der Brüderschaft stehen sie noch heute füreinander ein, bis zum letzten Mann.

Die Geschichte ist keineswegs aus, sie wird mit jedem Tag erweitert.

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